Mittwoch, 27. August 2008

Selig ihr Armen. Selig, die ihr jetzt hungert. Selig, die ihr jetzt weint ...

Selig ihr Armen, den euch gehört das Reich Gottes.
Selig, die ihr jetzt hungert, den ihr werdet satt werden.
Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
Freut euch und jauchzt an jenem Tag, euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Lk 6, 20-23

Das wichtigste Wort hier ist das Wort „selig“. Es bedeutet eine neue Dimension von Glück und Freude. Diese Seligkeit ist unvorstellbar für alle, deren Herz noch niemals von Gott berührt wurde.

Vergleichbar vielleicht mit dem Bräutigam, der zum ersten Mal in seinem Leben jenes Geschöpf in seine Arme schließt, für das er alles bereit war zu geben. Das ist nicht nur gesteigertes Glück aus Kindertagen, sondern eine neue Dimension der Liebe. Es ist ein neuer Bereich der Seele, ein vorher unbekanntes Land, das der Mensch noch niemals betreten hatte und das er jetzt staunend erlebt. Nur Gott selber hat Zutritt zu diesem tiefen Bereich der Seele. Nur Gott selber kann diese Seligkeit schenken. Sie ist ein Vorherscheinen der ewigen Seligkeit.

Aber dieses Feuer der Seele hat seinen Preis und seine Bedingung: Wer die Glut der innigen Liebe erleben will, muß seiner Braut treu sein. Wer andere außer ihr in die Arme schließt, hat das Paradies des Herzens verloren. So ist es auch bei Gott. Er will dich ganz, dein ganzes Herz.

Wenn du neben ihn noch andere „Götter“ hast, die dir „alles“ bedeuten, dann hast du das Paradies deines Gottes verloren. Deswegen kannst du das Feuer Gottes nicht empfangen, solange du noch vom Geld besessen bist, von Macht, Sinnlichkeit und Ehrsucht.

Das sind „Götter“, die dich beherrschen, obwohl Gott allein dein Leben lenken und führen will, dir zum Besten. Du mußt dich frei machen von dem, was dich hindert an Gott! Frei von Habgier und Herrschsucht, von Hochmut und sinnlicher Süchtigkeit. Denn du kannst nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Denn die Reichtümer dieser Welt ersticken das Feuer Gottes.

Mach dich frei für Gott! Gönn dir die Stille und das Schweigen des Gebetes! Vergönn dir die Zeit für Gott und sein Wort!


Die Bergpredigt ist die große Ermutigung Jesu, das Leben mit Gott zu wagen, auch wenn es manchmal Tränen gibt. In dieser irdischen Welt ist tiefe Liebe mit Tränen verbunden. Nur die harte Haut kennt keine Tränen.
Selig alle, die weinen, aber nicht zurückschlagen, wenn sie von Egoisten und Ellbogen gequält werde, unter Haß und Gewalt zu leiden haben. Egoisten haben keine Tränen, sondern Fäuste. Der Machrmensch hat keinen Schmerz, sondern bereitet Schmerz. Selig, wenn ihr zu den Weinenden gehört und nicht selber Tränen bereitet!


Alle Menschen wollen geliebt werden, aber sie scheuen die Opfer der Liebe.
Sie wollen gewärmt werden, aber sie fliehen das Feuer.

Sie wollen die Seligekeit, aber keine Tränen.

Sie suchen Gott, aber fürchten die Armut.

Deswegen haben sie Jesus nicht wirklich in die Gesellschaft der menschen aufgenommen.

Das wird auch dir so gehen, wenn du wie Jesus wirst.

Willst du zu ihm gehören?
Willst du mit ihm leben?
Willst du leben wie er?

Herr, ich glaube an deine Seligkeit und deinen Frieden.
Denn du hast ihn mir geschenkt.

Ich bin gekommen, die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten

Levi (Matthäus der Zöllner) ist das Urbild des modernen Menschen.
Er ist ein Geldmensch, ein vermögender Mann.

Eines Tages beginnt bei ihm die große Krise. "Warum tue ich das alles? Was ist nachher? Was ist nach dem großen Gelage? Nur Leere, Alleinsein?"

Freund gib acht auf den begnadeten Augenblick, indem du dir die Leere deiner Existenz abgründig zum Bewußtsein kommt! Er ist das Sprungbrett zur Bekehrung. Wenn dich das Nichts angrinst, dann greif nach Gott!

Kennst du diese Fratze des Nichts? Hast du den Nihilismus deines Daseins schon erlebt? In jenen Augenblicken kommt dir zum Bewußtsein, daß dein Leben nur ein Schellengeklapper ist. Ein immerwährendes Gewinnstreben, Wettbewerb und Höchstleistungen, ein ewiger Tanz ums Goldene Kalb. Wenn das Geld den Geist überrollt, lebt der Mensch im Nichts, unbehaust, verstört. Was hast du außer Geld? Was suchst du außer Geld? Ist es in deinem Leben zum Krebsfraß geworden, der dich und alle Werte zerstört? Tu nicht so weiter! Sonst wird es ein Sturz ins Nichts.

Die westliche Welt ist heute wie dieser Levi. Nichts ist mehr wichtig außer dem Geld. Seither sitzt das Nichts im Tempel der Menschenherzen. Alles Reden ist zum unverbindlichen Geschwätz geworden. Die Maßstäbe fehlen. Nichts ist mehr grund-legend, nichts ist mehr fundamental. Die Nichtigkeiten regieren die Gesellschaft. Der Mensch ist zu einem Knecht des Augenblicks geworden. Nichts hat mehr Anspruch auf Wahrheit und Wert. Nirgendwo ist mehr Würde. Die Menschen sind kalt und verwildert.

Freund, wenn sich der Abgrund des Nichts in deinem Leben auftut, dann schau nicht weg! Besauf dich nicht, um zu vergessen! Flieh nicht vor dieser Einsicht! Betäub dich nicht, um die Angst vor diesem Nichts ertragen zu können! Hab Mut, der Wirklichkeit deines Lebens ins Auge zu schauen! Nur diese Whrheit kann dich befreien vor dem Sturz ins bodenlose Nichts.

Eines Tages kam Jesus vorbei. Auch Levi war dabei und hörte Jesus zu. Jesus sprach vom Reich Gottes, vom Ewigen, vom Bleibenden, von der Lebens-Fülle, vom Ende aller Illusionen, von der Befreiung der gefangenen Herzen, vom Augenlicht für die blinden Geld-Menschen und von der Heilung der zerbrochenen Existenzen. In diesem Augenblick erwachte in Levi die unermeßliche Sehnsucht nach dem Eigentlichen im Leben und der Rettung vor dem Nichts. Da sprach ihn Jesus an: „Folge mir!“ Levi verließ alles und folgte Jesus nach. Er war dem Nichts entronnen und hat bei Gott Heimat gefunden.

Freund, Gott ist die einzige Antwort auf das Nichts des Lebens. Aber vielleicht mußt du erst die Gottlosigkeit deines Dahinlebens tiefer erfahren. Den Ver-Fall, die Katastrophe, die Entwurzelung, den Verlust aller Maßstäbe, die Haltlosigkeit, die Kluft zwischen dir und Gott. Herr, erlöse mich!

Eines Tages kommt auch für dich die Stunde, in der dich Gott bei deinem Namen ruft: „Levi folge mir!“ Dann weißt du, daß Gott zu dir ganz allein und persönlich gesprochen hat. Es ist eine innere Offenbarung. Da erkennst du mit einem Mal alle Nichtigkeiten als wirklich nichtig.

Nur eines ist dir dann wichtig. Jener grenzenlose Gott, der allein deine grenzenlose Sehnsucht erfüllen kann. Das ist der Augenblick der Umkehr. Der Opfermut verändert dann dein Leben: „Verglichen mit Gott ist das alles ein Nichts.“ Deshalb verläßt dieser Mensch dann alles, was ihn hindern könnte, Gott ganz zu gehören und mit Gott zu leben.

Die Bekehrung ist im Grunde genommen nur jenen möglich, die das Nichts und die Verkehrtheit in ihrem Leben radikal empfinden. Bekehrung ist nur dem Sünder möglich.

Jesus, ich bin der Levi!
Das Geld hat mich hart gemacht
und schmutzig
und niederträchtig.
Jesus komm auch bei mir vorbei
und berufe mich!